Klinik für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin - Krankheitsbilder

Auf dieser Seite haben wir für Sie verständliche Informationen zu den häufigsten und wichtigsten Krankheitsbildern zusammengestellt, die wir in unserer Klinik auf höchstem medizinischem Niveau diagnostizieren und behandeln.
Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege. Typische Symptome sind anfallsartige Luftnot (häufig in Ruhe oder nachts), eine pfeifende oder brummende Atmung (Stridor), anhaltender Husten sowie ein Engegefühl oder Druck auf der Brust.
 
Man unterscheidet – stark vereinfacht – zwei Hauptformen:
  • Allergisches Asthma: Betrifft häufig Kinder und junge Erwachsene. Die Bronchien reagieren auf bestimmte Außenreize (Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare) mit einer akuten Verengung und Entzündung. Oft geht dies mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung einher.
  • Nicht-allergisches Asthma: Hier reagiert das Immunsystem überempfindlich auf andere Reize wie Kälte, Nebel, körperliche Anstrengung, chemische Stoffe oder (Zigaretten-)Rauch. Diese Form entwickelt sich meist erst im höheren Lebensalter.
Da die Symptome im Alter der COPD oder bestimmten Berufskrankheiten ähneln können, ist eine präzise fachärztliche Diagnostik entscheidend – denn die Therapien unterscheiden sich grundlegend. Unsere Klinik ist seit vielen Jahren auf die differenzierte Diagnostik und maßgeschneiderte Therapie asthmatischer Erkrankungen spezialisiert.
Ein akuter Husten nach einer Erkältung ist ein wichtiger Schutzreflex des Körpers, um die Atemwege von Schleim und Fremdkörpern zu befreien. In der Regel klingt er nach ein bis zwei Wochen wieder ab.
Hält der Husten jedoch länger als acht Wochen an, spricht man von chronischem Husten. Davon sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen – mehrheitlich Frauen sowie Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Da chronischer Husten oft über Jahre besteht, schränkt er die Lebensqualität und den Alltag der Betroffenen massiv ein.
Chronischer Husten – ob mit oder ohne Auswurf – sollte immer ernst genommen werden, da er ein Vorbote ernster Lungenerkrankungen sein kann:
  • Bei jüngeren Menschen steckt meist ein unerkanntes Asthma dahinter.
  • Bei älteren Menschen oder Rauchern kann es sich um chronische Entzündungen (COPD) oder erste Warnzeichen eines Lungentumors handeln.
  • Wichtig: Bei blutigem Auswurf muss sofort ein Arzt aufgesucht werden!
Manchmal liegt die Ursache auch außerhalb der Lunge: Herzerkrankungen, chronischer Rückfluss von Magensäure (Sodbrennen/Reflux), Probleme der Nasennebenhöhlen oder Medikamentennebenwirkungen (z. B. durch bestimmte Blutdrucksenker) kommen infrage. In seltenen Fällen führen sogar unbemerkt eingeatmete Fremdkörper (wie eine verlorene Zahnplombe) zu jahrelangem Husten, der nach einer endoskopischen Entfernung sofort geheilt ist.
Hält eine Entwöhnung oder Entzündung der Nasennebenhöhlen länger als zwei bis drei Monate an, wird sie als chronisch eingestuft. Typische Symptome sind ein dauerhafter, dumpfer Druckkopfschmerz, Geruchsverlust, chronischer Sekretfluss in den Rachen und eine behinderte Nasenatmung.
 
Da die oberen und unteren Atemwege anatomisch und funktionell eine Einheit bilden („United Airways“), kommt es bei einer chronischen Sinusitis nach Jahren häufig zu einem sogenannten Etagenwechsel: Die Entzündung greift von den Nebenhöhlen auf die Bronchien über. Man spricht dann von einem sinubronchialen Syndrom, das eng mit dem Asthma bronchiale verknüpft ist.
Die Behandlung erfordert den Blick auf das Gesamtsystem der Atemwege. Neben schleimlösenden Mitteln und kortisonhaltigen Nasensprays kommen bei Bedarf Antibiotika oder langfristig spülende Maßnahmen mit isotonischer Kochsalzlösung zum Einsatz. Bringt die konservative Therapie keinen Erfolg, wägen wir gemeinsam mit den HNO-Kollegen die Option eines operativen Eingriffs ab.
Das Interstitium ist das feine Binde- und Stützgewebe der Lunge, welches die Lungenbläschen (Alveolen) und die haardünnen Blutgefäße umgibt. Es bildet die hauchdünne Barriere, über die der Sauerstoff ins Blut gelangt. Es gibt über 200 verschiedene Erkrankungen, die dieses Gewebe betreffen können. Die bekanntesten Formen sind die Lungenfibrose und die Sarkoidose.
Bei einer Lungenfibrose führt eine chronische Entzündung dazu, dass sich das feine Lungengewebe krankhaft vermehrt, verhärtet und vernarbt. Dadurch verliert die Lunge ihre Dehnbarkeit (sie versteift) und der Gasaustausch wird massiv gestört – der Sauerstoff gelangt nur noch schwer ins Blut.
Das Tückische: Eine Fibrose entwickelt sich über Jahre oft völlig unbemerkt. Erste Warnzeichen wie trockener Reizhusten und Atemnot treten meist erst bei körperlicher Belastung auf, wenn die Schädigung bereits fortgeschritten ist. Im Spätstadium besteht die Luftnot auch in Ruhe, oft begleitet von einer Blaufärbung der Lippen (Zyanose), chronischer Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder sichtbaren Nagelveränderungen (Uhrglasnägel, Trommelschlegelfinger). Die Ursachen reichen von eingeatmeten Schadstoffen (Berufserkrankungen) über Medikamente bis hin zu Autoimmunerkrankungen. Eine Fibrose ist derzeit nicht heilbar; das oberste Therapieziel ist es daher, den Vernarbungsprozess frühzeitig medikamentös zu stoppen oder deutlich zu verlangsamen.
Die Sarkoidose ist eine seltene Systemerkrankung, bei der eine Überreaktion des Immunsystems dazu führt, dass sich mikroskopisch kleine Gewebeknötchen (Granulome) in den Organen bilden. In den allermeisten Fällen ist die Lunge (insbesondere die Lymphknoten der Lunge) betroffen, seltener auch Haut, Augen, Herz oder das Nervensystem.
Die chronische Form entwickelt sich meist schleichend und äußert sich durch Müdigkeit, Gewichtsverlust, leichtes Fieber und Reizhusten. Zur Diagnosesicherung führen wir neben dem Röntgenbild und der Lungenfunktion eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) durch, bei der wir mittels endobronchialem Ultraschall (EBUS) gezielt schmerzfrei Gewebe aus den Lymphknoten entnehmen. Da die Sarkoidose in vielen Fällen von alleine wieder abheilt, ist eine medikamentöse Therapie (meist mit Cortison) nicht immer notwendig. Sie wird dann eingeleitet, wenn die Lungenfunktion sich verschlechtert oder lebenswichtige andere Organe betroffen sind.

Kontakt und Beratung

Sollten Sie oder Ihr Hausarzt den Verdacht auf eines dieser Krankheitsbilder haben, stehen wir Ihnen für eine umfassende Diagnostik und Beratung gerne zur Verfügung. Eine Terminvereinbarung in unserer pneumologischen Ambulanz ist über unser Sekretariat möglich.
 
Tel.: 02405 62-1670
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