Von einer Deformität spricht man, wenn die Wirbelsäule von ihrer natürlichen Form und Ausrichtung abweicht. Die Krümmungen können dann zu stark ausgeprägt sein oder in eine Richtung verlaufen, die von Natur aus nicht vorgesehen ist (z. B. zur Seite).
Die drei häufigsten Formen
A. Skoliose (Seitverbiegung)
Bei einer Skoliose weicht die Wirbelsäule zur Seite ab. Meist ist dies nicht nur eine einfache Biegung (wie ein "C" oder "S"), sondern die einzelnen Wirbelkörper verdrehen sich zusätzlich um ihre eigene Achse. Dies führt oft dazu, dass sich auf einer Seite des Rückens die Rippen anheben (ein sogenannter Rippenbuckel entsteht) oder die Lendenmuskulatur stärker hervortritt (Lendenwulst). Skoliose tritt sehr häufig während kindlicher und jugendlicher Wachstumsphasen auf, kann aber auch im Alter durch Verschleiß entstehen.
B. Hyperkyphose (Rundrücken oder "Buckel")
Hierbei ist die natürliche Biegung der Brustwirbelsäule nach hinten unnatürlich stark ausgeprägt. Umgangssprachlich wird dies oft als Rundrücken bezeichnet. Bei Jugendlichen ist eine häufige Ursache der
Morbus Scheuermann (eine Wachstumsstörung der Wirbelkörper). Bei älteren Menschen kann Osteoporose (Knochenschwund) dazu führen, dass Wirbelkörper in sich zusammensacken und sich der Rücken stark rundet.
C. Hyperlordose (Hohlkreuz)
Bei der Hyperlordose ist die natürliche Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorne extrem verstärkt. Das Becken kippt stark nach vorne, und der Bauch wölbt sich heraus. Oft ist dies die Folge von muskulären Dysbalancen (verkürzte Hüftbeuger, schwache Bauchmuskulatur) oder dient als Ausgleich für eine Kyphose in der Brustwirbelsäule.