Würselener Krankenhaus ist spezialisiert auf Leiden des älteren Menschen, insbesondere bei Unfallverletzungen und Knochenbrüchen.
Eine Sekunde lang nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Ein Mensch stürzt und verletzt sich. Was für jüngere Menschen oft glimpflich ausgeht, kann im höheren Lebensalter schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Nicht nur, dass sich ältere Menschen bei einem Sturz häufig schwerer verletzen als jüngere – nicht selten ist ein Sturz auch der Beginn einer dauerhaften Verschlechterung von Mobilität und Gesundheit und einer daraus resultierenden Pflegebedürftigkeit.
Um Betroffene künftig noch besser versorgen zu können, hat das Rhein-Maas Klinikum (RMK) schon 2016 ein Alterstraumazentrum gegründet, das jetzt durch CERT IQ im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert wurde. „Eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen und Berufsgruppen ist unerlässlich, um ältere Menschen nach einer schweren Verletzung umfassend medizinisch zu behandeln und bestmöglich zu rehabilitieren“, erklärt Dr. Farahnaz Haddadi, Chefärztin der Klinik für Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation am RMK. „Es zeigt sich, dass Patienten eine deutlich bessere Genesungsprognose haben, wenn die Ärzte der einzelnen Fachkliniken, Pflegefachkräfte, Therapeuten und Sozialdienst von Beginn an im engen Austausch stehen.“
Innerhalb des Alterstraumazentrums ist die Behandlung älterer Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung in einem abgestimmten Konzept geregelt – unter Einbindung der Zentralen Notaufnahme, der Kliniken für Geriatrie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Anästhesie, Schmerztherapie, Radiologie sowie Innere Medizin, der therapeutischen Fachkräfte, des Sozial- und des Pflegedienstes. Eine besondere Aufmerksamkeit richtet sich hierbei, neben einer zügigen operativen Versorgung, auf die vorbestehenden Begleiterkrankungen und die sozialen Gegebenheiten des jeweiligen älteren Patienten.
Mit Hilfe der multiprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit sollen Komplikationen im Behandlungsverlauf vermieden oder zumindest reduziert werden. Die Patienten sollen zudem möglichst rasch ihre Mobilität und Selbsthilfefähigkeit wiedererlangen. Bereits während des Aufenthalts im Würselener Schwerpunktkrankenhaus werden alle notwendigen Hilfsmittel verordnet, und die weitere Unterstützung wird organisiert. Damit kann nach der Behandlung im Alterstraumazentrum ein nahtloser Übergang in eine rehabilitative Anschlussbehandlung, eine Pflegeeinrichtung oder die gewohnte häusliche Umgebung gewährleistet werden.
„Die Anforderungen der Zertifizierungsgesellschaft sind sehr hoch – deshalb sind wir stolz darauf, dass wir sämtliche Kriterien erfüllen und bereits während des Audits sehr positive Rückmeldungen von den Auditoren bekommen haben“, stellt Dr. Ghazi Ashqar, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Allgemeine Orthopädie und Endoprothetik, fest. „Das war eine großartige Teamleistung, für die wir uns bei allen beteiligen Kolleginnen und Kollegen herzlich bedanken“, ergänzt der Koordinator des Alterstraumazentrums Patrick Krug, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Allgemeine Orthopädie und Endoprothetik.